Persönlichkeitsstörungen
Diese Lernkarte bündelt HPP-relevante Persönlichkeitsstörungen: überdauernde Beziehungsmuster, paranoide, schizoide, dissoziale, emotional instabile, histrionische, anankastische, ängstlich-vermeidende und abhängige Muster, Borderline-Risiken, Differenzialdiagnosen und therapeutische Grenzen.
Dauer und Beginn prüfen: überdauernd, meist seit Jugend/frühem Erwachsenenalter, nicht nur aktuelle Krise.
- Dauer und Beginn prüfen: überdauernd, meist seit Jugend/frühem Erwachsenenalter, nicht nur aktuelle Krise.
- Situationsübergreifend? Muster zeigen sich in mehreren Lebensbereichen, nicht nur gegenüber einer Person.
- Leiden oder Beeinträchtigung? Sozial, beruflich, partnerschaftlich oder selbstbezogen relevant.
- Akute Störungen ausschließen: Depression, Manie, Psychose, Substanzen, PTBS, ADHS, Autismus, organische Ursachen.
Fachbegriffe bleiben dezent im Lesefluss markiert und sind hier gesammelt zum schnellen Wiederfinden.
Warum dieses Thema relevant ist
Persönlichkeitsstörungen sind keine Momentdiagnosen. In der HPP-Prüfung geht es um überdauernde, tief verwurzelte Muster von Wahrnehmen, Denken, Fühlen, Impulskontrolle und Beziehungen, die situationsübergreifend zu Leiden oder Konflikten führen.
Warum das wichtig ist
Persönlichkeitsstörungen erscheinen im Korpus direkt und als Distraktoren. Die Prüfung fragt oft nicht Therapieplanung, sondern ob Muster dauerhaft, situationsübergreifend und von akuten Syndromen unterscheidbar sind.
Typische Fehler
- 1Persönlichkeitsstörung aus einem einzelnen schwierigen Verhalten ableiten.
- 2Borderline mit Bipolarität verwechseln, ohne Episodendauer und Beziehungsmuster zu beachten.
- 3Schizoide Persönlichkeitsstörung mit Schizophrenie gleichsetzen.
- 4Abhängige Persönlichkeitsstörung mit Sucht verwechseln.
- 5Persönlichkeitsakzentuierung und klinisch relevante Störung nicht trennen.
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Muster statt Momentaufnahme
Diese Reihenfolge trennt Persönlichkeitsstörung von akuter Episode und normaler Variation.
- 1Dauer und Beginn prüfen: überdauernd, meist seit Jugend/frühem Erwachsenenalter, nicht nur aktuelle Krise.
- 2Situationsübergreifend? Muster zeigen sich in mehreren Lebensbereichen, nicht nur gegenüber einer Person.
- 3Leiden oder Beeinträchtigung? Sozial, beruflich, partnerschaftlich oder selbstbezogen relevant.
- 4Akute Störungen ausschließen: Depression, Manie, Psychose, Substanzen, PTBS, ADHS, Autismus, organische Ursachen.
- 5Interaktionsmuster beobachten: Nähe-Distanz, Misstrauen, Abhängigkeit, Kontrolle, Instabilität, Dramatisierung.
- 6Risiko prüfen: Selbstverletzung, Suizidalität, Fremdgefährdung, Impulsdurchbrüche, Sucht.
- 7Prüfungsfalle: Schwierige Persönlichkeit ist keine Persönlichkeitsstörung.
Typische Muster im Schnellvergleich
Die Begriffe werden leichter, wenn du das Beziehungsmuster liest.
- Paranoid: Misstrauen, Kränkbarkeit, Neigung zu Unterstellungen.
- Schizoid: emotionale Kühle, Rückzug, wenig Bedürfnis nach engen Beziehungen.
- Dissozial: Missachtung sozialer Normen, geringe Empathie, Verantwortungslosigkeit, geringe Schuld.
- Emotional instabil/Borderline: Instabilität von Beziehungen, Selbstbild, Affekt und Impulskontrolle.
- Histrionisch: Dramatisierung, Aufmerksamkeitssuche, suggestibel, wechselhafte Affekte.
- Anankastisch: Perfektionismus, Kontrolle, Ordnung, Zweifel, Starrheit.
- Ängstlich-vermeidend: Minderwertigkeitsgefühl, Kritikangst, sozialer Rückzug trotz Nähewunsch.
- Abhängig: Unterordnung, Trennungsangst, Entscheidungsunsicherheit, starkes Bedürfnis nach Versorgung.
Borderline: Instabilität plus Risiko
Borderline-Fragen prüfen Instabilität, Impulsivität und Sicherheitszeichen.
- Typisch sind instabile intensive Beziehungen, Verlassenheitsangst, Identitätsunsicherheit und starke Affektschwankungen.
- Impulsivität kann sich in Substanzkonsum, Geld, Sexualität, Essen, Fahren oder Selbstschädigung zeigen.
- Selbstverletzung und Suiziddrohungen/-handlungen müssen ernst genommen und konkret abgeklärt werden.
- Kurzzeitige paranoide oder dissoziative Symptome können unter Stress auftreten.
- Affektwechsel bei Borderline sind oft reaktiv und kurz, bei Bipolarität eher episodisch syndromal.
- Trauma, PTBS, ADHS, Sucht und Essstörungen können komorbid sein.
- Prüfungsfalle: Borderline nicht als Manipulation abwerten; Risiko- und Beziehungsmuster fachlich prüfen.
Differenzialdiagnosen und Akzentuierungen
Persönlichkeitsdiagnosen sind besonders fehleranfällig.
- Schizoide Persönlichkeitsstörung ist keine Schizophrenie: kein notwendiger Wahn, keine Halluzinationen, keine Ich-Störung.
- Paranoide Persönlichkeitszüge sind nicht automatisch wahnhafte Störung; Korrigierbarkeit und Wahnform prüfen.
- Anankastische Persönlichkeitsstörung ist nicht dasselbe wie Zwangsstörung mit Ich-dystonen Zwangsgedanken/-handlungen.
- Ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung und soziale Phobie überlappen, unterscheiden sich aber im überdauernden Selbstbildmuster.
- Abhängige Persönlichkeitsstörung meint Beziehung/Entscheidung, nicht Substanzabhängigkeit.
- Autismus, ADHS, Trauma, Depression, Manie, Sucht und organische Veränderungen können Persönlichkeitsmuster imitieren.
- Prüfungsfalle: In einer akuten Episode keine stabile Persönlichkeitsdiagnose aus Einzelverhalten ableiten.
Merke: Beziehungsmuster plus Dauer
Persönlichkeitsstörungen erkennst du an überdauernden, situationsübergreifenden Mustern. Bei akuter Psychose, Manie, schwerer Depression, Suizidalität, Suchtentgleisung oder organischem Verdacht geht Sicherheit und Differenzialdiagnostik vor Etikett.
Häufige Fragen
Quellen
Prüfungsnahe Fragen und Lernkarten für Heilpraktikerprüfung und HPP, Themenfeld Psychiatrie, zuletzt geprüft am 6.5.2026.
Originale HPP-Lernkarte aus Corpus- und offizieller Klassifikationsanalyse; keine Nutzung fremder PDF-Inhalte.
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